Männerkreis
Männerkreis
Der Männerkreis ist ein Zusammenschluss von Männern aus Unterrath/ Lichtenbroich innerhalb der Gemeinschaft katholischer Männer (GKM) im Erzbistum Köln. Neben Gesprächen soll das Gebet nicht fehlen. So erfolgt an jedem 1. Donnerstag im Monat das Abendgebet für die Gemeinde in der Kapelle von Haus St. Josef, Kürtenstraße, gegenüber der Kirche Maria unter dem Kreuze.

Thema: Kirche - In die Hand von Menschen gelegt
Das Fest Peter u. Paul, das wir vor drei Tagen begangen haben, gibt mir Veranlassung, dieses Thema anzusprechen. Wir wissen: Die Kirche ist eine Gemeinschaft von schwachen und fehlerhaften Menschen. Das merken wir gerade in dieser Zeit. In einer Kirche von nur Vollkommenen hätten wir auch selber wohl keinen Platz.
Petrus ist einer der ersten Jünger Jesu und bekennt ihn als den Sohn des lebendigen Gottes. Das hört sich sich nach einem glaubensstarken Bekenntnis an. Aber dieser Glaube des Petrus wird auch angefochten. Petrus zeigt Schwäche, versagt und wird dennoch wieder neu in die Nachfolge gerufen. Für mich zeigt sich hier exemplarisch: Christlicher Glaube gründet nicht in der Stärke oder der makellosen Konsequenz des Menschen , sondern darin, dass Gott treu zum Menschen steht, auch wenn der Mensch schuldig wird und scheitert.
Paulus wiederum steht exemplarisch für die verwandelnde Kraft, die aus der Begegnung mit Christus kommt. Aus Saulus, dem Verfolger der jungen Kirche, wird Paulus, ein Zeuge der frohen Botschaft von Jesus Christus. Seine bisherigen Gewissheiten müssen erst grundlegend in Frage gestellt werden, ja erschüttert werden. Erst dann kann er anfangen, einen neuen Weg zu gehen. Sein Leben zeigt: Umkehr ist nicht bloß eine Korrektur des bisherigen Handelns, sondern Neuorientierung des ganzen Menschen auf Christus hin.
Petrus und Paulus zeigen beide auf ihre eigene Weise, worauf das Christsein gründet: Nicht das eigene Vermögen und die Vollkommenheit des Menschen stehen am Anfang, sondern der Ruf Gottes. Christus stellt das Leben eines Menschen in ein neues Licht, schafft neue Bezüge und Orientierung und ermöglicht so neue Erfahrungen. Und das hat Konsequenzen, denn Petrus und Paulus bringen jetzt wiederum den Menschen ihrer Zeit nicht zuerst ein System, eine Moral oder eine Organisation. Sie bringen ihnen Christus und geben damit Hoffnung weiter, die nicht aus ihnen selbst kommt, sondern aus Gott. Petrus und Paulus werden zum Sprachrohr einer neuen Sprache, der Sprache des Evangeliums. Und die ist nicht zuerst eine Sprache der Macht, sondern der Befreiung, nicht eine Rede, die kleinmacht, sondern eine, die Würde gibt, das Herz berührt und den Verstand erreicht. Eine solche Sprache weckt Glauben, der den Menschen nicht überwältigen will, sondern ihn öffnet für eine Wahrheit, die frei macht. Genau diese Freiheit müssen Petrus und Paulus zuvor erfahren haben.
Das ist bis heute die Grundlage, von Christinnen und Christen: Gott zur Sprache zu bringen. Nicht laut, nicht aufdringlich, nicht mit leeren Worten, sondern so, dass Menschen ahnen und vielleicht sogar erfahren können: Gott ist da. Er spricht uns an. Gott hat seine Pläne und sein Handeln in die Hand von Menschen gelegt. Er will uns Menschen als seine Mitarbeiter und zeigt uns, Gott geht es nicht um die Großen und Vollkommenen, sondern um die Kleinen und Schwachen.
Gott will eine menschliche Kirche. Deshalb darf es auch Kritik an der Kirche geben, diese hat es von Anfang an gegeben, aber sie muss respektvoll und von Liebe getragen sein. So sollte auch der augenblickliche synodale Weg gegangen werden. Die Sprache , die alle Menschen verstehen, ist nämlich die Sprache der Liebe. Gemeint ist eine Liebe, die den anderen sieht, die Nähe schafft, die Verantwortung übernimmt. Diese Sprache gilt es immer wieder zu sprechen gerade in der heutigen Zeit. Schauen wir mal in den Spiegel. Auch wir gehören zum Bodenpersonal dieses Gottes. Also reihen wir uns doch ein in die Reihe der Kleinen, denn bei Gott stehen wir in der Mitte. Mögen wir an einem jeden Tag die Kraft finden, in der die Menschen, denen wir begegnen, spüren, dass Gott auf uns und auf seine Kirche baut.
Klemens Steffens