Als Junge schon sammelte er Daten über Pflanzen und Tiere, verglich diese mit dem bisher Erkannten, experimentierte bis ins hohe Alter in seinem Labor neben seiner Zelle. Er beschrieb Metalle, Tierversuche, den Weinbau, das Gemüse, die Vieh- und Falkenzucht. Albert gab die erste deutsche mittelalterliche Darstellung der Fauna und Flora heraus. Die Natur war für Albert nicht Selbstzweck, sondern Offenbarung, Selbstmitteilung Gottes. Er bewunderte die Größe, Unermesslichkeit und Schönheit der Natur, den Ordner und Gesetzgeber, der dahinter steht.
Wie begegnen wir heute der Schöpfung? Wir fällen die Regenwälder, wir überfischen die Meere und verursachen den Klimawandel - hausgemachte Eingriffe in die Ökologie, die wenig Res-pekt vor der Natur offenbaren. Im AT heißt es: „unterwerft sie (die Erde) euch und herrscht über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die sich auf dem Land regen“ (Gen 1, 28); dies ist aber ein Kulturauftrag an die Menschheit, die Schöpfung menschenwürdig zu gestalten, ebenso wie der Auftrag, den Garten Eden „zu bebauen und zu pflegen“ (Gen 2, 15)! - Was bewundern wir? Hochhäuser, Brücken, neue Autokonstruktionen, die virtuelle Welt des Internets – letztlich immer nur uns selbst. Albert schloss von der Wirkung auf die Ursache, von der Schöpfung auf den Schöpfer, vom Menschen auf Gott, seinen Erschaffer – und bewunderte ihn, von dem alle Kreativität ausgeht.