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Männerkreis

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Männerkreis

Der Männerkreis ist ein Zusammenschluss von Männern aus Unterrath/ Lichtenbroich innerhalb der Gemeinschaft katholischer Männer (GKM) im Erzbistum Köln. Neben Gesprächen soll das Gebet nicht fehlen. So erfolgt an jedem 1. Donnerstag im Monat das Abendgebet für die Gemeinde in der Kapelle von Haus St. Josef, Kürtenstraße, gegenüber der Kirche Maria unter dem Kreuze.

Einladung zum Abendgebet in Unterrath an jedem 1. Donnerstag um 18 Uhr

Impuls zum Abendgebet vom 5.02.2026

Thema: Bergpredigt-Seligpreisungen

Der nachfolgende Impuls bezieht sich auf den vergangenen Sonntag. Im Evangelium nach Matthäus 5,1-12a haben wir die Bergpredigt mit den Seligpreisungen gehört. Ich meine, ein wegweisender Text.

Für wen ist die Bergpredigt?

Die Rede Jesu ist an das ganze Volk gerichtet, an alle, die auf ihn hören wollen, an alle, die sich heute nach ihm nennen. Man kann nicht sagen: Ich glaube an Jesus Christus und dann die Bergpredigt beiseite drängen. Das wäre ein großes Missverständnis. Denn die Mitte der Bergpredigt ist Einladung und Verheißung. Deswegen stehen die Seligpreisungen am Beginn.

Die Bergpredigt will nicht untragbare Lasten auferlegen, sondern sie will zu einer neuen Sicht des Menschen und damit auch des eigenen Lebens führen, in denen wir auch das gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Leben und Handeln neu sehen können.

Die Seligpreisungen .

Selig die Armen, die Trauernden, die Barmherzigen? Passt das in unsere Welt?

Wohin eine Welt ohne die Seligpreisungen führt, das erleben und sehen wir aber doch Tag für Tag: Gewalt und Gegengewalt in Israel und Palästina, in der Ukraine, im Sudan und in vielen Krisengebieten unserer Welt, Gewalt auch auf unseren Straßen gegen Fremde, gegen die Schwächeren, gegen Wohnungslose. Man hat den Eindruck, dass hierzulande diese Menschen einfach nur stören. Für die Herrscher wie Trump, Putin,  Xi Jinping, Ajatollah Chamenei und viele andere, ist es schon ein Verbrechen, anderer Meinung zu sein.

Da sagt Jesus: Das ist nicht Gottes Reich! Da geht es anders zu. Da steht Gott bei den Armen und sichert ihre Würde. Da weint er mit den Trauernden, da ihm das Leid der Menschen nicht fremd ist. Da tritt er mit denen, die reinen Herzens und barmherzig sind, für den Frieden und die Verständigung unter den Völkern ein. Da steht er auf der Seite der Ausgegrenzten und scheinbar Überflüssigen und stiftet neue Lebensmöglichkeiten mitten im Untergang.

Das gilt zunächst für die unmittelbar Betroffenen, für fast die Hälfte der Menschheit. Aber wir dürfen das auch ganz persönlich für uns hören, jeder für sich, dort, wo wir verwundet sind, wo wir unsere dunklen Seiten, unsere Enttäuschungen spüren, wo unser Leben nicht so gelingt, wie wir es möchten, wo wir traurig sind. Jesu Wort will nicht sagen: Findet euch damit ab! Oder: Im Himmel wird alles anders sein, wartet geduldig darauf! Nein, er ermutigt uns, mitten in aller Not und in allen Fragen nicht zu verzweifeln, uns vielmehr aufzurichten, uns unserer Würde vor Gott bewusst zu werden, uns nicht beirren zu lassen in unserem geduldigen, hartnäckigen Festhalten an einer anderen Welt, an der Welt Gottes, an seinem Reich. Viele Christinnen und Christen werden dafür verfolgt und in ihrem Leben bedroht.

Das „Selig“, gilt auch uns schon, wenn wir uns auf die Einladungen Jesu einlassen, dann wird auch in unserem Denken und Handeln eine neue, andere Welt sichtbar, in der Menschen menschlich miteinander leben können,sich als rettende Engel dieser Welt erweisen, die zeigen, wie eine Welt ohne Gewalt und Unterdrückung aussehen kann. Unsere Wut über die Ungerechtigkeit in unserer Welt, unsere Solidarität mit den Armen, unseren Einsatz für den Frieden können und dürfen wir nicht in unsere Herzen einschließen und damit uns schon zufrieden stellen. Das alles soll uns Mut machen, unsere Welt zu verändern, den Menschen, den an den Rand Gedrängten beizustehen.  Die Seligpreisungen wollen uns Menschen frei machen von den Versuchen, sich auf Kosten der anderen Glück zu verschaffen.

Es tut gut, wenn ein jeder einmal darüber nachdenkt: Wie lauten eigentlich meine Seligpreisungen? Wohin zielt meine Sehnsucht, meine Hoffnung? Kann das schon heute mit mir beginnen? Gehöre ich dazu? Vielleicht sollten wir unsere Seligpreisungen an den Seligpreisungen Jesu messen und, wenn erforderlich, korrigieren. Dann gilt auch uns: Selig seid ihr! Gottes Welt beginnt in uns und durch uns inmitten unserer alten Welt, die vergeht.

Klemens Steffens